Elektromagnetische Unverträglichkeit
 
Elektromagnetische Verträglichkeit - Bau- und Immissionsrecht - Gesundheit -GSM und UMTS
 
Elektromagnetische Verträglichkeit

Auf den Dächern unserer Städte wurden bislang ca. 40.000 Sende- und Empfangsanlagen für ein flächendeckendes Mobilfunknetz errichtet. Und diese Zahl, so wird von Expertenseite geschätzt, wird sich in etwas verdoppeln. Kaum an anders Umweltthema wird zur Zeit so heiß und kontrovers diskutiert wie der Mobilfunk und die elektromagnetische (Un-) Verträglichkeit. Während die thermischen Effekte durch die Gesetzgebung (26. BImSchV) berücksichtigt wurden, bereiten die biologischen (nicht-thermischen) Wirkungen große Sorgen.

Bau- und Immissionsrecht
Neben der Erforschung möglicher Gesundheitsgefährdungen ist die Auseinandersetzung mit dem Mobilfunk spielen auch immissions- und baurechtliche Aspekte ein wichtige Rolle. Hinsichtlich des Immissionsrechts ist in wesentlichen Teilen den Bund gefordert bei der Novellierung der 26. BImSchV dem Vorsorgegedanken Rechnung zu tragen. Die baurechtliche Handhabe gegen das Errichten von Sendeanlagen in sensiblen Gebieten wie z.B. Wohngebieten kann Bestandteil einer städtebaulichen Zielsetzung sein. Den Städten und Gemeinden steht es offen, unter Ausarbeitung eines - am besten sachverständig begleiteten - schlüssigen Planungskonzept entsprechende Festsetzungen im Flächennutzungsplan zu treffen. Ziel eines solchen Planes muß es sein, ein funktionsfähiges Mobilfunknetz zu ermöglichen und gleichzeitig die bei den Bewohnerinnen und Bewohnern ankommende Strahlung auf ein nach dem wissenschaftlichen Stand verträgliches Maß zu beschränken. Dies ist mit der derzeitigen Mobilfunktechnik möglich. 

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Gesundheit
Es gibt mittlerweile eine Reihe sehr ernst zu nehmender Befunde aus Untersuchungen an stärker belasteten Bevölkerungsgruppen und aus Tierexperimenten, die auf eine krebsfördernde Wirkung hochfrequenter elektromagnetischer Felder, wie sie beim Mobilfunk benutzt werden, hindeuten. In zahlreichen Versuchen an Menschen wie an Tieren wurden Beeinflussungen des Zentralen Nervensystems nachgewiesen, die von neurochemischen Effekten bis zu Veränderungen der Hirnpotentiale und Beeinträchtigungen bestimmter Gehirnfunktionen reichen. Letztere zeigen sich im Tierexperiment u.a. an Defiziten im Lernvermögen. Bei Versuchspersonen, die den Feldern von Mobiltelefonen ausgesetzt waren, wurden Beeinflussungen bestimmter kognitiver Funktionen nachgewiesen. Mögliche Risiken für das Gehirn ergeben sich auch durch die Erhöhung der Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke für Fremd- und potentielle Schadstoffe, die in mehreren Experimenten bei Tieren nachgewiesen wurden, die Mobilfunkfeldern ausgesetzt waren. Dies ergab eine Studie, die im Auftrag der T-Mobil durchgeführt wurde (ecolog-Institut). 

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GSM und UMTS
GSM (Global System for Mobile Communications), der heute weit verbreitete technische Standard für digitale Mobilfunksysteme der sogenannten zweiten Generation, geriet schon kurz nach Einführung der D- und E-Netze ins Kreuzfeuer der Kritik - aus gesund-heitlichen Gründen. Die mit 217 Hertz periodisch gepulste Strahlung stellt ein "Markenzeichen" der GSM-Handys dar und war in bisherigen Funksystemen nicht üblich. In verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen hat sich heraus-gestellt, dass genau diese gepulste Strahlung ein besonderes biologisches Risiko darstellt, da sie beim Menschen u.a. Hirnstromveränderungen hervorrufen sowie Einfluss auf die Schlaf- und Traumphasen nehmen kann. Im Tierversuch wurden u.a. erhöhtes Krebswachstum, Herabsetzung der Blut- Hirnschranke und als Folge Gewebsveränderungen im Gehirn beobachtet. Diese Effekte sind bei herkömmlicher ungepulster Strahlung nicht zu beobachten. Die Pulsung ist vergleichbar mit einem kontinuierlichen Trommelfeuer von "Funkblitzen" auf den Organismus. 

Die Telekommunikationsindustrie gab Milliardenbeträge für die Lizenzen und die Entwicklung des Mobilfunksystems der dritten Generation aus - UMTS (Universal Mobile Telecommunication System). Aufgrund der spektakulären Auktionen ist UMTS mittlerweile jedermann bekannt, aber seine biologischen Wirkungen sind genau so wenig untersucht wie GSM damals bei seiner Einführung. Wieder wird ein technisches System auf den Massenmarkt geworfen, ohne dass man sich vorher die Mühe gemacht hätte, die biologische Verträglichkeit zu untersuchen. 

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Im Herbst 2002 veranstalten wir in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umweltplanung der Stadt Fürth und der HANS-WEINBERGER-AKADEMIE ein Seminar zu Mobilfunk und neue Funksyteme - Kommunale Strategien für humanverträgliche Funknetze".